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Cypher
Morgan Sullivan (Jeremy Northam) hat ein kleines Haus, eine Frau und keinen Job. Diesen Makel möchte er wettmachen, als er sich bei Digicorps bewirbt. Er bekommt den Job, der alles andere als gewöhnlich ist. Nach umfangreichen Überprüfungen seiner Person durch die Firma wird er mit einer neuen Identität ausgestattet und fortan regelmäßig auf Konferenzen geschickt mit dem Auftrag diese heimlich mitzuschneiden. Besonderen Wert legt sein Arbeitgeber dabei darauf, dass seine Tarnung nicht auffliegt. Willkommen in der undurchsichtigen Welt der Industriespionage!
Von den ersten Minuten an fesselt der Film und lässt einen nicht mehr los. Man bekommt gar nicht erst die Gelegenheit sich zu langweilen, denn Mitdenken ist Pflicht. Ab dem zweiten Drittel kehrt sich die Story mehrmals überraschend um und man muss sich schon etwas ranhalten um nicht unterwegs verloren zu gehen, doch genau diese Unsicherheit beim Zuschauer ist es, die diesen Thriller so spannend macht. Ist derjenige wirklich der, für den er sich ausgibt? Sagt er die Wahrheit? Wem kann ich vertrauen? Ein durch und durch fesselnder Film, bei dem man bis zum Schluss miträtseln kann.
Vidocq
Im Paris des Jahres 1830 treibt ein furchteinflößender Mörder sein Unwesen. Anstelle seines Gesichts hat er einen Spiegel und man munkelt, dass er damit seinen Opfern die Seele aussaugt. Der ehemalige Kriminelle und jetzige Privatermittler Vidocq (Gérard Depardieu) nimmt seine Spur auf und als dieser stirbt beschließt sein Biograf Etienne Boisset (Guillaume Canet), ein junger, schüchterner und etwas naiver Journalist, seinen Mörder zu finden und Vidocq zu rächen.
Die Erzählung, die immer wieder an passenden Momenten Rückblenden einfließen lässt, ist geschickt aufgebaut und kurzweilig. Allerdings wir an vielen Stellen zu dick aufgetragen: zu viel Dunkelheit, zu viel Schmutz, zu viel Rauch, zu viel Feuer und zu viele Matrix-artige Kämpfe. Wahre Mystery-Thriller-Fans werden sich an dem Film erfreuen, andere vielleicht weniger.
Arsène Lupin
Dass Arsène Lupin (Romain Duris) zum Meisterdieb werden wird, war vorbestimmt. Schon von klein auf, trainierte ihn sein Vater (Nicky Naude) und nach seinem mysteriösen Tod steigt er voll in die Branche ein. Er klaut alle Arten von Schmuck, doch bewahrt dabei immer seine Eleganz, womit er Frauen, unter anderem auch die junge Clarisse (Eva Green), ganz besonders anzieht. Ein Mord steht für ihn absolut außer Frage. Er lernt die schöne Joséphine (Kristin Scott Thomas) kennen, lässt sich von ihr bezirzen und klaut für sie. Doch was plant die wirklich? Und was hat es mit dem unberechenbaren Beaumagnan (Pascal Greggory) auf sich, der in den unerwartetsten Situationen immer wieder auftaucht?
Die Bilder sind schön und ich mag die Optik des Anfangs des 20. Jahrhunderts. Romain Duris spielt einen hervorragenden Arsène Lupin, doch leider krankt es an der Story. Sie ist am Anfang vielversprechend, doch zieht sich gegen Ende doch sehr in die Länge. Der Kern von Maurice Leblancs Büchern ist einer fesselnde Kriminalgeschichte, die an sich recht simpel, aber dennoch schwer zu durchschauen ist. Das ist hier leider nicht sehr gut umgesetzt, denn Jean-Paul Salomé hat sich dafür entschieden, stark von der Romanvorlage abzuweichen. Der Schluss ist, anders als beispielweise bei »The Prestige«, der eine ähnlich komplexe Story hat, enttäuschend.