Posts tagged with “Komödie”
Sterben für Anfänger
Wenn eine Großfamilie und die Freunde zusammenkommen ist immer etwas los. Der Grund für diese Familienveranstaltung ist allerdings für Daniel (Matthew Macfadyen) alles andere als erfreulich, denn es ist das Begräbnis seines Vaters. Als wäre dieser Tag nicht schon schlimm genug fällt einiges vor, das den Tag für ihn zur Hölle machen: Seine Frau Jane (Keeley Hawes) redet auf ihn ein, eine Wohnung zu kaufen und umzuziehen, sein Bruder, der überaus erfolgreiche Schriftsteller Robert (Rupert Graves), weigert sich, die Hälfe der Summe, die für das Begräbnis anfällt, zu zahlen und Simon (Alan Tudyk) wird versehentlich ein starkes Halluzinogen verabreicht, so dass er eine ganze Menge Aufsehen erregt. Als dann auch noch Peter (Peter Dinklage) auftaucht und eine Entschädigungssumme fordert, weil er jahrelang der Geliebte des Verstorbenen war eskaliert die Situation.
Der gesamte Film spielt sich am Tag der Beerdigung ab und trotz dieser Einheit von Zeit und Ort schafft es Frank Oz immer wieder für Überraschungen und Lacher zu sorgen. Auch wenn der Film an manchen Stellen dramatische Ansätze zeigt und man mit Daniel oder dem armen Howard (Andy Nyman) mitleidet, ist es ein wirklich komischer Pannenfilm, der mit einer sehr vertrackten Story den Zuschauer zum Lachen bringen möchte. Wenn man schwarzen Humor verträgt, klappt das überaus gut.
Hoodwinked - Die Rotkäppchen-Verschwörung
Helle Aufregung im Märchenwald! Als die Polizei am Tatort eintrifft, finden sie den Wolf (Patrick Warburton) im Haus der gefesselten Großmutter (Glenn Close) vor. Auch ihre taffe Enkelin, das Rotkäppchen (Anne Hathaway), ist dort, doch war es vielleicht sie, die den Wolf angegriffen hat und nicht umgekehrt? Und was hat der große, axtschwingende Bayer (James Belushi) im Haus der Großmutter zu suchen? Die Ermittlungen beginnen und nach und nach befragen der leitende Polizist (Xzibit) und der elegante Frosch (David Ogden Stiers), der bei den Nachforschungen hilft, die Anwesenden. Jeder stellt seine Version der Geschehnisse dar und schnell wird klar, dass es um mehr geht als einen einzelnen Überfall auf die Großmutter.
Ein herrliches Märchen! Die allseits bekannten Charaktere trifft man in einer gänzlich überraschenden Geschichte wieder. Die Erzählung in vier Rückblenden ist super umgesetzt, auch weil sich die Handlung an mehreren Stellen überschneidet, und die Musik passt perfekt. Besonders angetan haben es mir die vielen Nebencharaktere aus dem Märchenwald, die einfach zum totlachen sind. Ein wirklich herzerfrischender Animationsfilm, der eine tolle Fortsetzung für das klassische Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf ist.
Sonnenallee
Es ist nicht einfach, das Leben am kürzeren Ende der Sonnenallee. Während sich ein Großteil der Straße in Westberlin befindet, sind die unfreiwilligen Ostdeutschen den Sticheleien der Grenzsoldaten und dem Spott der Nachbarn aus der Bundesrepublik ausgesetzt. Der Zuschauer erlebt den Alltag der Familie Ehrenreich, die es mit der Parteitreue nicht so ernst nimmt. Während Vater Ehrenreich (Henry Hübchen) sich damit begnügt Westfernsehen zu gucken, träumt Mutter Ehrenreich (Katharina Thalbach) davon, in den Westen rüberzumachen. Ihre Tochter Sabine (Annika Kuhl) bringt jede Woche einen neuen Freund mit nach Hause, während ihr Bruder Micha (Alexander Scheer) nur Augen für die schöne aber unnahbare Miriam (Teresa Weißbach) hat.
Ein DDR-Film – wie schön! So dachte ich vor dem Film, doch er hat mich leider enttäuscht. Ein paar Lacher sind schon dabei, doch insgesamt bleibt der Film nicht mehr als eine Aneinanderreihung von austauschbaren Szenen ohne sich steigernde Spannung oder Dramatik. Die Charaktere sind plump und oft sucht man in den Szenen vergeblich nach einem tieferen Sinn. Die DDR-Thematik hätte sicherlich mehr hergegeben, wie Good Bye, Lenin eindrücklich demonstriert hat. »Sonnenallee« bleibt weit unter meinen Erwartungen.