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Cypher
Morgan Sullivan (Jeremy Northam) hat ein kleines Haus, eine Frau und keinen Job. Diesen Makel möchte er wettmachen, als er sich bei Digicorps bewirbt. Er bekommt den Job, der alles andere als gewöhnlich ist. Nach umfangreichen Überprüfungen seiner Person durch die Firma wird er mit einer neuen Identität ausgestattet und fortan regelmäßig auf Konferenzen geschickt mit dem Auftrag diese heimlich mitzuschneiden. Besonderen Wert legt sein Arbeitgeber dabei darauf, dass seine Tarnung nicht auffliegt. Willkommen in der undurchsichtigen Welt der Industriespionage!
Von den ersten Minuten an fesselt der Film und lässt einen nicht mehr los. Man bekommt gar nicht erst die Gelegenheit sich zu langweilen, denn Mitdenken ist Pflicht. Ab dem zweiten Drittel kehrt sich die Story mehrmals überraschend um und man muss sich schon etwas ranhalten um nicht unterwegs verloren zu gehen, doch genau diese Unsicherheit beim Zuschauer ist es, die diesen Thriller so spannend macht. Ist derjenige wirklich der, für den er sich ausgibt? Sagt er die Wahrheit? Wem kann ich vertrauen? Ein durch und durch fesselnder Film, bei dem man bis zum Schluss miträtseln kann.
Das perfekte Verbrechen
»What’re you gonna do, keep asking the same question different ways so you get the answer you want?« – »I guess. That’s what I do.«
Willy Beachum (Ryan Gosling) ist ein junger und ziemlich überheblicher Staatsanwalt, doch der Erfolg gibt ihm Recht. In 97% der von ihm bearbeiteten Fälle kommt es zu einer Verurteilung und das verdankt er nicht nur seinem Verhandlungsgeschick im Gerichtssaal, sondern auch seiner grundlichen Vorarbeit. Steht ein Fall auf wackligen Beinen, überträgt er ihn rechzeitig einem seiner Kollegen.
»I used to candle eggs at (my grandfather’s) farm. Do you know what that is? You hold an egg up to the light of a candle and you look for imperfections. (…) I found a flaw in every single one of them – you know, thin places in the shell; fine, hairline cracks. You look closely enough, you’ll find that everything has a weak spot where it can break, sooner or later.«
Ted Crawford (Anthony Hopkins) ist nicht mehr der jüngste und für seine Frau vielleicht auch nicht mehr der attraktivste, doch wenn er eins hat, dann ist es ein scharfer Verstand. Und genau mit diesem geht er auch den Mord an seiner Frau an. Als die Polizei in ihrem Haus eintrifft, nachdem er sie erschossen hat, versucht er nicht zu leugnen, auf sie geschossen zu haben, sondern gesteht sogleich und überlässt den Beamten seine Waffe. Er wird angeklagt und jedermann – auch Willy Beachum – glaubt, die Verurteilung sei nur noch eine Formsache, doch als klar wird, dass Crawfords Pistole nicht die Tatwaffe ist und er sein Geständnis zurückzieht, wird der Fall immer komplizierter und für Beachum zur persönlichen Fede mit Crawford.
Von Anfang an ist klar, dass es tatsächlich Crwaford war, der auf seine Frau geschossen hat und doch bleibt man bis zum Schluss gespannt, weil man versucht zu verstehen, wie er es angestellt hat, schließlich doch als der Unschuldige dazustehen. Der großartige Anthony Hopkins schafft es, dass man als Zuschauer in manchen Situationen zwischen dem arroganten Staatsanwalt und dem genialen Mörder hin und her gerissen ist. Keine verwertbaren Spuren zu hinterlassen und damit das perfekte Verbrechen zu begehen, das fasziniert – ein Bösewicht mit der Coolness und dem Stil eines Anthony Hopkins, das fesselt.
Etwas enttäuscht hat mich, dass sich die Geschichte sehr auf den Prozess fokussiert ist, in dem Beachum immer verbitterter kämpft und die Verurteilung Crawfords zu seiner Lebensaufgabe macht, was durchaus seine eigene Dramatik entwickelt, jedoch »das perfekte Verbrechen« in den Hintergrund treten lässt. Insofern ist der deutsche Titel, der zwar – auch bei mir – seine Köderfunktion gut erfüllt, für diesen Film eigentlich unpassend. Dennoch ein sehr sehenswerter Film, in dem mit Köpfchen gekämpft wird – nicht mit Waffen.
Foolproof
Rob (Joris Jarsky), Kev (Ryan Reynolds) und Sam (Kristin Booth) haben ein ziemlich ausgefallenes Hobby. Sie planen idiotensichere Einbrüche bis ins letzte, noch so kleine Detail und trainieren in ihrem eigens dafür eingerichteten Hauptquartier für den Coup. Ihre Pläne führen sie auch aus, allerdings nur auf Papier – niemals in der Realität. Als allerdings eine ihrer Akten gestohlen wird und ihr Plan von einem Unbekannten in die Tat umgesetzt wird, wird die Luft dünn. Der (echte) Gangster, Leo Gillette (David Suchet), droht, die mit ihren Fingerabdrücken übersäte Akte der Polizei zu übergeben, wenn sie nicht für ihn einen Job erledigen.
Keine fesselnde Action, keine atemberaubenden Bilder, aber dafür eine gewitzte Einbruchsgeschichte mit überraschenden Wendungen und Witz. Besonders die Figuren des geistigen Überfliegers und etwas überheblichen Kevs und des schmierigen Gangsters Leo Gilette glänzen durch ihre Gegensätzlichkeit. Der Film lebt genau davon, denn freiwillig würden die drei Hobbygangster niemals einen reellen Einbruch verüben.
»Foolproof« kann, was den Bekanntheitsgrad angeht, nicht mit den starbesetzten Hollywoodstreifen wie »Ocean’s Eleven« mithalten, mindestens genauso sehenswert ist er dennoch.