Das perfekte Verbrechen

das-perfekte-verbrechen.jpg

»What’re you gonna do, keep asking the same question different ways so you get the answer you want?« – »I guess. That’s what I do.«

Willy Beachum (Ryan Gosling) ist ein junger und ziemlich überheblicher Staatsanwalt, doch der Erfolg gibt ihm Recht. In 97% der von ihm bearbeiteten Fälle kommt es zu einer Verurteilung und das verdankt er nicht nur seinem Verhandlungsgeschick im Gerichtssaal, sondern auch seiner grundlichen Vorarbeit. Steht ein Fall auf wackligen Beinen, überträgt er ihn rechzeitig einem seiner Kollegen.

»I used to candle eggs at (my grandfather’s) farm. Do you know what that is? You hold an egg up to the light of a candle and you look for imperfections. (…) I found a flaw in every single one of them – you know, thin places in the shell; fine, hairline cracks. You look closely enough, you’ll find that everything has a weak spot where it can break, sooner or later.«

Ted Crawford (Anthony Hopkins) ist nicht mehr der jüngste und für seine Frau vielleicht auch nicht mehr der attraktivste, doch wenn er eins hat, dann ist es ein scharfer Verstand. Und genau mit diesem geht er auch den Mord an seiner Frau an. Als die Polizei in ihrem Haus eintrifft, nachdem er sie erschossen hat, versucht er nicht zu leugnen, auf sie geschossen zu haben, sondern gesteht sogleich und überlässt den Beamten seine Waffe. Er wird angeklagt und jedermann – auch Willy Beachum – glaubt, die Verurteilung sei nur noch eine Formsache, doch als klar wird, dass Crawfords Pistole nicht die Tatwaffe ist und er sein Geständnis zurückzieht, wird der Fall immer komplizierter und für Beachum zur persönlichen Fede mit Crawford.

Von Anfang an ist klar, dass es tatsächlich Crwaford war, der auf seine Frau geschossen hat und doch bleibt man bis zum Schluss gespannt, weil man versucht zu verstehen, wie er es angestellt hat, schließlich doch als der Unschuldige dazustehen. Der großartige Anthony Hopkins schafft es, dass man als Zuschauer in manchen Situationen zwischen dem arroganten Staatsanwalt und dem genialen Mörder hin und her gerissen ist. Keine verwertbaren Spuren zu hinterlassen und damit das perfekte Verbrechen zu begehen, das fasziniert – ein Bösewicht mit der Coolness und dem Stil eines Anthony Hopkins, das fesselt.

Etwas enttäuscht hat mich, dass sich die Geschichte sehr auf den Prozess fokussiert ist, in dem Beachum immer verbitterter kämpft und die Verurteilung Crawfords zu seiner Lebensaufgabe macht, was durchaus seine eigene Dramatik entwickelt, jedoch »das perfekte Verbrechen« in den Hintergrund treten lässt. Insofern ist der deutsche Titel, der zwar – auch bei mir – seine Köderfunktion gut erfüllt, für diesen Film eigentlich unpassend. Dennoch ein sehr sehenswerter Film, in dem mit Köpfchen gekämpft wird – nicht mit Waffen.

Die »Das perfekte Verbrechen«–DVD bei Amazon bestellen


Comments